"Ihr macht aus etwas Spontanem plötzlich ein Luxusmeeting“
Bei mir war das Problem genau andersrum.
Was spontane Treffen draußen kaputtgemacht hat, war nicht Luxus. Sondern schlechtes Zeug. Krummes Besteck. Schwere Körbe. Decken, die Stockflecken bekamen, unbequem waren oder nach kurzer Zeit aussahen wie Altkleider.
Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr, das ganze Geraffel mitzuschleppen. Je mehr mich das Zeug genervt hat, desto seltener habe ich es überhaupt noch rausgeholt. Bis die Decke irgendwann einfach zuhause blieb.
Dabei mag ich genau das Spontane.
Kurz in den Park. Musik. Freunde. Sonne. Gras unter den Füßen.
Ich habe über viele Jahre beruflich im Sommer Picknicks ausgerichtet.
Da wurde ständig irgendwas ersetzt. Kaputte Teller. Billige Gläser. Beschichtungen, die sich ablösten. Decken, die Stockflecken bekamen oder nach kurzer Zeit hinüber waren. War ja kein Problem. Der Kunde bezahlt schon.
Und besseres Zeug gab es halt nicht.
Irgendwann habe ich dann angefangen, selbst Dinge entwickeln zu lassen.
Meine erste eigene Decke entstand bei einer Änderungsschneiderei.
Nicht günstig. Der Schneider hatte wenig Lust. Der Stoff war schwierig sauber zu kriegen. Und lange gehalten hat sie auch nicht.
Danach bin ich bei einem Polstereibetrieb und Interior Designer gelandet.
Und plötzlich ging es um ganz andere Themen. Abriebwerte. Bezugsstoffe. Beschichtungen. Materialien aus dem Yachtbereich.
Die nächste Decke hatte dann vor acht Jahren schon fast 400 € gekostet. Einzelanfertigung. Handarbeit eben. Sie war hübsch. Groß. Schwer. Unhandlich.
Die Gurte zum Zusammenlegen waren schnell hinüber. Die Decke bekam knitterige Falten. Und die Stockflecken gingen irgendwann auch nicht mehr raus. Genau das hat meinen Ehrgeiz angepiekst.
Also habe ich weitergemacht. Heute habe ich eine Decke, mit der ich sehr glücklich bin. Meine Getränke fallen nicht mehr im Gras um. Und weil ich nach zwei Stunden auf dem Boden Knieschmerzen kriege, mir aber keinen hässlichen Anglerstuhl auf meine schöne Decke stellen möchte, gibt es inzwischen auch eine Rückenlehne, in der ich gemütlich wie in einem Sessel sitze.
Was hat das jetzt mit Luxus zu tun?
Für mich ist Zeit Luxus.
Zeit draußen. Zeit mit Freunden. Zeit im Park nach Feierabend.
Diese kurzen Momente, die plötzlich entstehen und viel zu schnell wieder vorbei sind.
Genau dafür wollte ich Dinge entwickeln, die nicht nerven. Kein Zeug, das kaputtgeht. Kein Zeug, das umkippt. Kein Zeug, das nach kurzer Zeit aussieht wie weggeworfen. Sondern Sachen, die man gerne benutzt. Die schnell gepackt sind. Die gut aussehen. Und die mit den Jahren immer mehr Erinnerungen bekommen.
Ja, es gibt auch anderes hochwertiges Outdoor-Zeug.
Nur driftet das irgendwann oft komplett in Trekking-, Survival- und Titan-Leatherman-Kram ab.
Das bin ich nicht.
Ich mag schöne Parks. Ich mag es nett angerichtet. Ich will es einfach haben. Und wenn es dann auch noch gut aussieht: umso besser. Vor allem will ich aber, dass nichts kaputtgeht. Dass die Sachen lange halten.
Und dass ich sie mir wie in einem Baukasten so zusammenstellen kann, wie ich sie gerade brauche. Mal nur eine Decke und Kopfhörer. Mal die Baguettetasche mit Salami, Butter und Käse.
Je einfacher, desto schöner.
Ich werde oft gefragt, was unsere Sets kosten.
Es gibt keine Sets.
Man pickt sich die Sachen raus, die man gerne hätte. Meist ein oder zwei Teile. Dinge, die man ausprobiert und in die man sich — das ist zumindest unser Ziel — hoffentlich verliebt. Nach ein oder zwei Jahren kaufen viele weitere Teile dazu oder lassen sie sich schenken.
Das macht uns besonders stolz. Weil wir dann keine Kunden gewonnen haben, sondern Fans.
Verkaufen wir komplett überteuertes Zeug?
Nicht einmal im Ansatz.
Wenn ich die Produkte am Markt und deren Preise mit unseren vergleiche, stehen unsere ziemlich weit oben im Regal. Dazwischen: viel Luft. Das liegt vor allem daran, dass es bis heute kaum hochwertiges Park- und Picknick-Equipment gibt.
Entweder billiges Zeug, das schnell kaputtgeht. Oder Outdoor-Ausrüstung, die aussieht, als würde man gleich einen Berg retten oder drei Wochen durch Alaska laufen.
Warum machen wir nichts Günstigeres?
Weil ich mich bewusst dagegen entschieden habe. Wenn man etwas sehr, sehr gut machen möchte, wird der Aufwand irgendwann völlig unverhältnismäßig hoch.
Das gilt für Industrieunternehmen genauso wie für uns als Manufaktur. Mit dem Unterschied, dass wir keine riesigen Stückzahlen brauchen und nicht gezwungen sind, in einen ruinösen Wettbewerb über billigere Qualitäten zu gehen.
Ich will nicht, dass die Decke irgendwann wieder zuhause bleibt.
Und genau dafür entwickeln wir SUBA.


























