Huhu Christine,
vielen Dank für Deine schnelle Nachricht, jetzt weiß ich immerhin, was Du meinst. 😃
Lass mich dazu bitte ein paar Sätze schreiben:
Ich bin vollkommen bei Dir, dass Picknicks etwas Spontanes und Zusammengewürfeltes sind und sicher auch immer bleiben werden.
Ich habe über mehr als zehn Jahre beruflich im Sommer Picknicks ausgerichtet und mich mit jedem Jahr mehr über die furchtbare Qualität des Bestecks, den Müll, zerbrochene Plastikteller oder Decken geärgert, die nach kürzester Zeit kaputt waren oder bei denen die Beschichtung abgeblättert ist, sowie über schwere, furchtbare und unpraktische Picknickkörbe.
Die habe ich regelmäßig ausgetauscht. War ja kein Problem, weil der Kunde bezahlt hat und es besseres Equipment nicht gab.
Einige Jahre später habe ich dann irgendwann für mich selbst bei einer Änderungsschneiderei meine erste eigene Picknickdecke nach meinen Vorstellungen nähen lassen. Das war nicht günstig, der Schneider hatte nicht viel Lust, der Stoff war schwierig sauber zu kriegen und sie war dann auch schnell hinüber.
Dann versuchte ich es bei einem Polstereibetrieb und Interior Designer, der mir viel über Möbel- und Bezugsstoffe erzählte und mir die nächste Decke nähte. Die hatte alles in allem dann schon vor acht Jahren 400 € gekostet – Einzelanfertigung, Handarbeit eben.
Sie war hübsch, groß, schwer, unhandlich, hatte bald knitterige Falten, die Gurte, um sie zusammenzulegen, waren nach kurzer Zeit hinüber und die Stockflecken habe ich auch nicht mehr rausbekommen.
Was will ich damit sagen?
Ich habe mich viel mit schlechtem Equipment herumgeärgert, eigenes Geschirr gekauft und in selbst bemalten und gestalteten Weidenkörben festgeklemmt, nur um die Erfahrung zu machen, dass ich es immer seltener dabeihatte, weil das ganze Geraffel immer schwerer wurde, zu viel Arbeit machte und für den Urlaub im Kofferraum zu viel Platz wegnahm.
Letztendlich haben die ganzen Probleme und Frustrationen meinen Ehrgeiz angepiekst und ich habe weitergemacht.
Ich habe eine Decke entwickelt, mit der ich heute sehr glücklich bin. Meine Getränke fallen nicht mehr im Gras um und weil ich nach zwei Stunden auf dem Boden Knieschmerzen kriege, mir aber keinen hässlichen Anglerstuhl auf meine schöne Decke stellen möchte, gibt es inzwischen auch eine Rückenlehne, in der ich gemütlich wie in einem Sessel sitze.
Was hat das jetzt mit Luxus zu tun?
Für mich ist Zeit das, was ich am wenigsten habe.
Ich möchte die kurzen Momente, die mir nach Feierabend bleiben, mit Freunden im Park genießen – am besten den ganzen Sommer über, spontan, unaufgeregt.
Das macht mich glücklich, das ist für mich Luxus.
Diese Momente sind für mich kostbar und besonders.
Und ich erlebe sie trotzdem viel zu selten.
Darum ist es für mich kein Snobismus, ein Equipment haben zu wollen, das mich nicht aufhält, ärgert oder frustriert. Ein Equipment, das schnell verfügbar ist, das ich gerne ansehe, dem ich vertraue und mit dem ich im Laufe der Zeit so viele tolle Erinnerungen habe, dass ich es jedes Mal wieder mit Vorfreude einpacke und das Gefühl habe, dass es ein zuverlässiger, großartiger Begleiter ist.
Ja, es gibt auch tolles anderes Outdoor-Equipment. Nur gleitet das für mich immer mehr in Trekking-, Survival- oder Titan-Leatherman-Zeugs ab, je hochwertiger dessen Qualität wird. Das bin ich nicht.
Ich mag Parks, ich mag’s nett ein- und angerichtet, will’s einfach haben und wenn’s dann auch noch gut aussieht, umso besser, weil ich es ja auch gerne ansehen möchte.
Aber vor allem will ich, dass nichts kaputtgeht und es lange hält und dass ich mir die Sachen wie im Baukasten je nach Umfang zusammenstellen kann. Ich habe also immer nur das dabei, was ich gerade dabeihaben will – mal nur eine Decke mit meinen Kopfhörern oder die Baguettetasche mit einer Salami, etwas Butter und Käse. Je einfacher, desto schöner.
Ich werde oft gefragt, was unsere Sets so kosten.
Es gibt keine Sets.
Man pickt sich die Sachen raus, die man gerne hätte. Und das sind meist ein oder zwei Teile, die man sich gönnt, die man ausprobiert und in die man sich – das ist mein Ziel – dann hoffentlich verliebt.
Nach ungefähr zwei Jahren kaufen sich viele weitere Einzelteile oder lassen sich diese schenken.
Das sind dann diejenigen, die etwas brauchen und bei uns gucken, ob sie sich das bei uns dazukaufen wollen.
Das macht uns dann besonders stolz, weil wir keine Kunden, sondern Fans gewonnen haben.
Verkaufen wir überteuertes Equipment?
Tja, was soll ich dazu sagen?
Nicht einmal im Ansatz.
Ich verstehe aber den Eindruck, denn wenn ich die Produkte am Markt und deren Preise mit unseren vergleiche, liegen unsere im obersten Regal und dazwischen sind ganz viele Regalböden leer.
Das liegt daran, dass es heute einfach noch kein, um es mit Begriffen aus der Autoindustrie zu sagen, Mittelklasse-Park- und Picknick-Equipment gibt.
Und diese Lücke fällt dann halt extrem auf. Warum bieten wir nichts Günstigeres an oder konzentrieren uns auf eine konsumigere Qualität?
Einfach, weil ich mich dagegen entschieden habe.
Wenn man etwas sehr, sehr gut machen möchte, wird der Aufwand immer überproportional hoch.
Das gilt für ein Industrieunternehmen genauso wie für uns als Manufaktur, mit dem Unterschied, dass ein Industrieunternehmen hohe Stückzahlen braucht, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein und wir als Manufaktur in unserer Nische arbeiten können, ohne dass wir in einen ruinösen Wettbewerb mit einem Big Player über kompromissbehaftete, konsumigere Qualitäten geraten.
Und im Markt für Park- und Picknick-Equipment gilt heute: Je höher die Qualität, umso geringer der Wettbewerb – ein Setting, das unsere Produkte und unsere Marke braucht, um sich gesund zu entwickeln und sie überlebensfähig macht, wenn die ersten Mitbewerber mittelpreisige, konsumige Me-too-Produkte herausbringen.
Der Claim auf der Webseite:
ES IST KEINE ARROGANZ,
es als bestes Equipment der Welt zu bezeichnen*
NUR UNSER ZIEL:
Deine Zeit draußen – unter freiem Himmel – so perfekt wie möglich zu machen.
ist darum der Anspruch und die Mahnung in unserem Team, kompromisslos auf Qualität zu setzen.

























